Port Royal liegt im Südosten von Jamaika und zählte einst zu den wichtigsten Häfen des Landes. Kurz vor Ende des 17. Jahrhunderts wurde sie bei einem Erdbeben mit anschließender Flutwelle komplett zerstört. Von den damals 6.000 Bewohnern konnte sich gerade einmal die Hälfte ins Landesinnere retten, als die Landzunge, auf der Port Roayl errichtet worden war, fast vollständig im Meer versank.
Anschließend bemühte man sich intensiv um einen Wiederaufbau der Stadt, doch Mutter Natur blieb unerbittlich. Erst machte ein Feuer im Jahr 1710 den Bemühungen ein Ende und anschließend wurde Port Royal von der zerstörerischen Kraft mehrer Hurrikane heimgesucht. Doch die Jamaikaner ließen sich von ihrem Vorhaben nicht abbringen. 1907 fiel Port Royal erneut einem Erdbeben zum Opfer. Das hat dazu geführt, dass Port Royal heute ein recht unbedeutender Fischerort geworden ist.
Wenn heute Port Royal häufig als Kulisse für Piratenfilme wie beispielsweise „Fluch der Karibik“ dient, dann ist die Lokalität klug gewählt, denn die Stadt diente lange Zeit den Piraten als Unterschlupf, die die voll mit den Gütern ihrer Kolonien beladenen spanischen Galeonen plündern wollten. Der erfolgreichste Pirat, der seinerzeit von Port Roayl aus agierte, war der Mitte des 17. Jahrhunderts lebende Henry Morgan. Die lockere Lebensphilosophie der Piraten färbte über längere Zeiträume auch stark auf die Bewohner der Stadt ab.



